Abschied vom Lachen

Peru, 1981

Die Campa, die in den Regenwäldern des Amazonasbeckens leben, konnten zum Teil ihre traditionelle Lebensweise beibehalten. Männer und Frauen verrichten unterschiedliche Arbeiten. Die Frauen sind für den Ackerbau zuständig, während die Männer jagen und fischen. Diese Arbeitsteilung unterliegt jedoch keiner Wertigkeit denn jede Arbeit ist gleich wichtig, um das Überleben der Gemeinschaft und ihren Zusammenhalt zu sichern. Da kein Überschuß produziert wird und Besitz nicht mit Macht verbunden ist, gibt es auch keine Aufteilung der Gesellschaft in Reiche und Arme, in Herrscher und Beherrschte. Da das Amazonasgebiet reich an Rohstoffen ist und von der Regierung erschlossen werden soll, mußten viele Campa bereits ihr Land verlassen. Wie andere indianische Gruppen, die aus dem Amazonasgebiet vertrieben wurden, sind auch sie in den neu errichteten Siedlungen den westlichen Einflüssen, vermittelt durch Staat, christliche Missionen und Tourismus, ausgesetzt. Der Zerstörung ihres wirtschaftlichen Lebensraums folgt die Zerstörung der kulturellen Werte. Hauptbetroffene sind die Frauen, denn sie nehmen in der patriarchalisch organisierten Gesellschaft, in der individuelle Leistung mehr bedeutet als die Solidarität der Gruppe, eine untergeordnete Stellung ein.

Gordian Troeller und Marie-Claude Deffarge
Kamera: Gordian Troeller
Ton: Pascale Bastide, Jürgen Kauffels
Schnitt: Annerose Koop
Länge: 43 Minuten
Erstausstrahlung: RB 05.06.1981

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