Vom Fluch der Jungfräulichkeit

Ägypten, Italien, 1980

Im Vorderen Orient und Nordafrika können Mädchen noch immer mit dem Tode bestraft werden, wenn sie ihre Jungfräulichkeit vor der rechtmäßigen Eheschließung verlieren. Auch im Süden Europas wird die Jungfräulichkeit als Symbol der Familienehre streng gehütet. Dieser Jungfräulichkeitskult und die damit verbundene Unterdrückung der Frau sind also nicht nur auf die islamisch arabische Welt beschränkt, sondern auf beiden Seiten des Mittelmeeres gleich bedeutsam. Ägypten und Süditalien dienen als Beispiel, um auf die kulturellen Voraussetzungen einzugehen, die im gesamten Mittelmeerraum zu diesen Regeln geführt haben. Die frühere Tradition der endogamen Ehe, die Heirat unter nahen Verwandten, durch die der Zusammenhalt der Großfamilie gestärkt werden sollte, hat sich darin bis heute erhalten, während die Jungfräulichkeit jedoch im christlichen Europa als sexuelle Reinheit verstanden wird, hat sie auf der arabischen Seite ihre Bedeutung als „Siegel der Sippe“ weitgehend bewahrt.

Gordian Troeller und Marie-Claude Deffarge
Mitarbeit: Marie-Christine Aulas
Kamera: Gordian Troeller
Ton: Philippe Poncine, Manfred Wenck
Schnitt: Ingeburg Forth
Länge: 43 Minuten
Erstausstrahlung: RB 06.10.1980

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