Die weiße Revolution

Iran, 1975

Mitte der 60er Jahre wurden im Iran gewaltige Anstrengungen unternommen, um das Land zu einer modernen Industrienation zu machen. Die Mittel zu dieser vom Schah lancierten „Weißen Revolution“ lieferte das Erdöl. Autobahnen, Fabriken, Häfen und Flugplätze wurden gebaut und die Armee wurde zur mächtigsten Streitmacht des Mittleren Ostens aufgerüstet.
Die Landreform, die zum Angelpunkt der Revolution werden sollte, war ein klarer Mißerfolg. Während die Großgrundbesitzer großzügig abgefunden wurden und so in die neu entstehende Industrie investieren konnten, sind die Bauern ohne Aussicht auf Ausbildung und Arbeit zur Landflucht gezwungen.
Der Iran muß immer mehr Nahrungsmittel einführen, die neuen Industrien finden keine Absatzmärkte, die Einfuhren verschlingen die Erdölgelder. Erklärtes Ziel der „Weißen Revolution“ des Schahs war auch, die iranische Bevölkerung kulturell zu „Europäern“ zu machen. Daß das zu einer Krise der kulturellen Identität führen würde, die eine islamische Revolution zur Folge haben wird, wird in dem Film vorausgesagt. Die Entwicklungspolitik des Schahs, der sich der westlichen Welt als einzig ernstzunehmender Wirtschaftpartner des Mittleren Osten präsentierte, wird aus der Sicht des Volkes dargestellt. Dadurch wurde der gängigen Berichterstattung über den Iran, geprägt vom Glanz seiner Monarchie, eine völlig andere Sichtweise gegenübergestellt.

Gordian Troeller und Marie-Claude Deffarge
Mitarbeit: François Partant
Kamera: Gordian Troeller
Ton: Ingrid Becker-Ross
Schnitt: Anna Koudelka
Länge: 43 Minuten
Erstausstrahlung: RB 07.07.1976

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