Mit Medizin ins Unglück

Gabun, Senegal, 1975

Neben anderen Institutionen wurde auch das Gesundheitswesen von den ehemaligen Kolonialmächten übernommen und nach westlichem Vorbild aufgebaut. Am Beispiel von Senegal und Gabun wird gezeigt, warum diese Medizin den Bedürfnissen der Bevölkerung nicht entsprechen kann. Die Kosten für die medizinische Versorgung der Bevölkerung nehmen zu, die notwendige Technologie muß aus Europa eingeführt werden. Gleichzeitig steht für eine umfassende Gesundheitsvorsorge gerade der ländlichen Gebiete kein Geld zur Verfügung. Traditionelle Heilmethoden werden immer mehr ins Abseits gedrängt oder verboten, obwohl sie dem ursprünglichen Begriff von Krankheit in seiner ganzheitlichen psychischen und gesellschaftlichen Dimension entsprechen.
Auf dem Gebiet der Psychiatrie immerhin, versuchen europäische Ärzte, traditionelle Behandlungsmethoden mit einzubeziehen. Die westliche Medizin ist nicht dazu geeignet, den Menschen zu helfen, weil sie durch immer größere Spezialisierung den Patienten vom aktiv an der Heilung Beteiligten zum Konsumenten von Dienstleistungen und Medikamenten macht; doch auch die traditionelle Medizin verliert durch die Veränderung der afrikanischen Gesellschaftsstrukturen nach europäischen Vorbildern immer mehr an ihrer ursprünglichen Wirkung.

Gordian Troeller und Marie-Claude Deffarge
Mitarbeit: François Partant
Kamera: Gordian Troeller
Ton: Carlos de los Llanos
Schnitt: Ingeburg Forth
Länge: 43 Minuten
Erstausstrahlung: RB 23.07.1975

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