Verarmungshilfe

Gabun, 1975

Trotz ihrer politischen Unabhängigkeit kommt vielen Ländern der Dritten Welt wirtschaftlich immer noch die Rolle zu, die ihnen von den ehemaligen Kolonialmächten zugedacht war: die der Rohstofflieferanten. Gabun zum Beispiel kann seine Bodenschätze noch immer nicht selbst nutzen und muß sie zur Verarbeitung ausführen. Wie fast alle ehemaligen Kolonien, liefert Gabun das, was es besitzt und erzeugt, an die Macht, von der das Land erobert wurde und die es dank des technischen Vorsprungs weiterhin beherrscht. So bedeutet die Ausfuhr von Rohstoffen für das Erzeugerland einen absoluten Verlust. Selbst das, was der im Film gezeigte französische Holzunternehmer in Gabun investiert, kommt dem Land nicht zu Gute.
Der Film analysiert die Entwicklung der Unterentwicklung und zeigt, daß das Wachstum der Industrienationen von der Ausbeutung der Dritten Welt abhängt und deren Verarmung zur Folge hat. Da sich der Film, um seine Thesen zu verdeutlichen, beispielhaft mit der Holzausbeutung in Gabun befaßt, war er auch der Kritik der bundesdeutschen Holzlobby ausgesetzt. „Die Holzlobby hat uns das Leben zur Hölle gemacht, der Fernsehrat wurde einberufen. Der damalige Entwicklungsminister Egon Bahr kritisierte zwar den Film, sorgte aber dennoch für seine Verbreitung, indem er 300 Kopien ziehen ließ.“(Fernseh-Dienst 25.1.1977)

Gordian Troeller und Marie-Claude Deffarge
Mitarbeit: François Partant
Kamera: Gordian Troeller
Ton: Carlos de los Llanos
Schnitt: Ingeburg Forth
Länge: 43 Minuten
Erstausstrahlung: RB 16.07.1975

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