Die gezähmten Wilden

USA, 1986

Für viele nordamerikanische Indianer ist die Rückbesinnung auf die eigene kulturelle Identität überlebensnotwendig geworden. Alkoholismus, selbst unter Kindern, ist eines der größten Probleme. Traditionelle Tänze und Gesänge werden in Therapiegruppen von jungen Alkoholabhängigen erlernt, um ihnen die Möglichkeit zu geben, zu den indianischen Traditionen zurückzufinden und den Verlockungen der weißen Zivilisation zu widerstehen. Vielen, die sich ihrer indianischen Herkunft schämen, soll so ein neues Selbstwertgefühl in der Gemeinschaft und in ihrer traditionellen Umwelt vermittelt werden.
»Die Menschheit kann nur überleben – so eine Prophezeiung der Hopi – wenn die verschiedenen Völker ihre Kulturen und Sprachen bewahren, sich gegenseitig achten und bereit sind, voneinander zu lernen. Die Weißen aber behaupten, alles besser zu wissen. Sie wollen alles beherrschen und setzen ihre Denkweise durch. Eines Tages werden alle Völker so denken wie sie. Damit kündigt sich das Ende der Zeit an. Denn es heißt: wenn alle Menschen die gleiche Sprache sprechen, also in den gleichen Kategorien denken, wenn es keine Alternativen mehr gibt und somit kein Entrinnen aus der Logik des weißen Mannes, dann richtet sich die Menschheit selbst zugrunde. «

Gordian Troeller
Mitarbeit: Ingrid Becker-Ross
Kamera: Gordian Troeller
Ton: Ingrid Becker-Ross, Otto C. Hühn
Schnitt: Annerose Koop
Länge: 43 Minuten
Erstausstrahlung: RB 07.12.1986

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