Geiseln im Polit-Poker

KURDISTAN, 1992

Seit dem Golfkrieg machen die Kurden Schlagzeilen. Zuerst, als sie sich dem Appell George Bushs folgend, gegen Saddam Hussein erhoben; dann, als sie von den USA fallen gelassen und von irakischen Elitetruppen niedergemetzelt wurden; wiederum, als Millionen in die Türkei und den Iran flohen und Tausende in den Bergen starben; und schließlich, als die Alliierten – um die Flüchtlinge zur Rückkehr zu bewegen – den Kurden eine Sicherheitszone garantierten, in der sie unbehelligt von Saddams Truppen leben können. Solange die Weltöffentlichkeit die Kurden nicht aus den Augen verliert, werden sich die Alliierten des Golfkriegs auch weiterhin für das Respektieren der Menschen einsetzen. Andernfalls ist wieder mit Massenmorden zu rechnen. Dreißig Jahre lang führte Saddam Hussein einen systematischen Vernichtungskrieg gegen die Kurden, ohne dafür verurteilt zu werden. Wie immer und überall in Kriegs- und Krisengebieten sind es die Kinder, die am meisten zu leiden haben.

Gordian Troeller
Kamera: Gordian Troeller
Ton: Shirin Fathi, Jürgen Kauffels
Schnitt: Dietlind Frank
Länge: 30 Minuten
Erstausstrahlung: RB 22.09.1992

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