Jedem das Seine

USA, 1986

In keinem Land leben so viele unterschiedliche ethnische und kulturelle Gruppen zusammen wie in den USA. Lange Zeit galten die USA als der Schmelztiegel, indem sich unter den Zeichen des ‚American Way of Life‘ alle gleichermaßen integrieren sollten. Seit den 70er Jahren jedoch stellt die Rückbesinnung auf die eigenen kulturellen Werte der verschiedenen Gruppen einen immer stärkeren Faktor dar. Zwar ist die amerikanische Lebensart für die äußere Form unumgänglich, für viele sind jedoch die Anreize des ‚modernen Lebens‘, das in erster Linie von materiellen Werten geprägt ist, nicht mehr genug. Sie suchen ihre Identität in den Traditionen ihrer Vorfahren und erziehen ihre Kinder nach diesem Vorbild. Anders als in amerikanischen Familien üblich, wird in den Familien europäischer Abstammung, zumal wenn sie ihrer Herkunft wegen diskriminiert wurden, auf Erziehung und Disziplin großer Wert gelegt.
Für die polnischen, italienischen und jüdischen Minderheiten in New York heißt das auch, daß vor allem die Kinder von den Einflüssen der amerikanischen Umwelt ferngehalten werden, um zu verhindern, daß die eigenen kulturellen Werte an Bedeutung verlieren und der Zusammenhang, der ihnen Identität und ihrem Leben Regeln und Sinn gibt, auseinanderbricht.

Gordian Troeller
Mitarbeit: Ingrid Becker-Ross
Kamera: Gordian Troeller
Ton: John A. Manisco
Schnitt: Annerose Koop
Länge: 43 Minuten
Erstausstrahlung: RB 17.11.1986

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