Um die Zukunft betrogen

VIETNAM, 1991

Die Auswirkungen des Krieges sind in Vietnam noch immer zu spüren. Dort fielen dreimal so viele Bomben wie in Europa während es Zweiten Weltkrieges und zerstörten Anbauflächen, Industrie, Krankenhäuser und Schulen. Durch die massive Zerstörung des Agrarlandes flüchten sich die Menschen in die Städte. Dort ist Überbevölkerung die Folge, während in einem Gebiet wie dem Mekong-Delta, der früheren Reiskammer Vietnams, Hunger herrscht. Die Verseuchung durch Dioxin führt zur Zunahme von Krebserkrankungen und Behinderungen. Hauptsächlich die Kinder leiden an irreparablen Schäden ihrer geistigen und körperlichen Gesundheit, wofür auch die chronische Unterernährung, an der 90% der Kinder leiden, verantwortlich ist. Seit die Sowjetunion ihre Hilfe reduziert hat, exportiert Vietnam jährlich 900.000 Tonnen Reis, um Industrieprojekte zu finanzieren. Die chronische Unterernährung der Kinder wird weiter zunehmen. Auf dem Land geht der Schulbesuch drastisch zurück, da es sich die armen Bauern nicht leisten können, ihre Kinder in die Schule zu schicken, und wenn es ihnen besser geht, dann brauchen sie die Kinder als Arbeitskräfte auf den Feldern. Doch haben auch diejenigen, die eine Schule besucht haben, keine Aussichten, eine Arbeit zu finden.

Gordian Troeller
Mitarbeit: Karin Beißel
Kamera: Gordian Troeller
Ton: Karin Beißel, Jürgen Kauffels
Schnitt: Ingeburg Forth
Länge: 30 Minuten
Erstausstrahlung: RB 18.02.1991

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