Nach einer weiteren Reportage in Brasilien, wo wir 1963 zufällig Zeugen der amerikanischen Einmischung beim Putsch der Generäle wurden, – worauf ich am Ende noch eingehen werde – ließ Nannen mich in sein Büro kommen und sagte: „Troeller, Sie treiben sich ständig mit wild aussehenden Kriegern herum. Man sieht Sie immer wieder auf einem Esel sitzen, und die Kerle, die Sie begleiten, sehen meist aus wie Verbrecher. Fällt Ihnen denn kein erbaulicheres Thema ein?“
Wir hatten schon oft mit der Idee gespielt, weltweit jenes System zu untersuchen, dem wir die Verantwortung für den lamentablen Zustand der Welt zuschrieben: Die patriarchalische Ordnung.
Macht in Recht umzumünzen, ist unserer Meinung nach das Herrschaftsprinzip dieser Ordnung. Und sie triumphiert rund um die Welt.
Wir wollten herausfinden, wie es dazu kam, daß der Mann die Frau beherrscht und diese es sich seit Jahrtausenden gefallen läßt, ja, Männlichkeit sogar bewundert.
So wurde die Idee für eine neue Serie aus der Taufe gehoben: Wir schlugen Nannen vor, die Situation der Frau in verschiedenen Kulturkreisen zu untersuchen. Er sagte begeistert zu, denn er hatte immer ein Gespür für den sogenannten Zeitgeist.
Damals, Mitte der sechziger Jahre, begann das, was man noch euphorisch die „sexuelle Revolution“ nannte und was heute in Porno-Filmen auf Dutzenden von Kanälen seinen bedauernswerten Höhepunkt erreicht hat.
Die Serie „Die Frauen dieser Welt“ wurde mit insgesamt 26 Folgen zum Verkaufsschlager. Wir berichteten aus Afrika, Lateinamerika, Asien, den USA und Europa .Hier zwei Kostproben aus Indien:
