Filme

Frühe Filme

„Während unserer Auslandstätigkeiten als Reporter für den ‚Stern‘ und andere Zeitungen hatte ich sehr oft eine Filmkamera mit, und so entstanden im Zusammenhang mit Fotoreportagen auch eine ganze Reihe von Filmen. Ich hatte sehr bald erkannt, daß die Dritte Welt mit Worten allein nicht darzustellen ist. Bilder sind notwendig.

Und dann arbeiteten Marie-Claude und ich an jener Reportage – bei den Turkmenen an der russischen Grenze – die entscheidend war für unsere zukünftige Arbeit. Marie-Claude fotografierte, ich filmte. Die Fotos waren schön, aber sie unterschlugen die Realität. Der Film hingegen verheimlichte nichts. Von da an wußten wir: Wir müssen filmen.“

Ein Schwerpunkt dieser frühen Dokumentatfilme ist das Schicksal von Minoritäten, ein Thema, das sich später in ihren Filmen immer wiederfindet.

Die ersten Filme wurden in Schwarzweiß gedreht – die meisten von ihnen sind leider nicht verfügbar. Es wird nach ihnen gesucht. Sofern wir sie finden, werden sie hier eingestellt.

Serie: Im Namen des Fortschritts

„Über 20 Jahre lang waren wir Zeugen des zerstörerischen Einflusses geworden, den der kulturelle und wirtschaftliche Imperialismus der Industrienationen auf die Völker der Dritten Welt hat. Wir haben Länder vor der Unterentwicklung kennengelernt – z.B.den Jemen – und erlebt, wie diese erst einsetzt, wenn die Wirtschaft eines Landes auf die Bedürfnisse einer stärkeren Wirtschaft ausgerichtet, das heißt in den Welthandel eingegliedert wird. Wir hatten Kulturen studiert, deren eigenständige Entwicklung blockiert wurde, weil die westliche Zivilisation zum Maß aller Dinge erklärt worden war und die einheimischen Machthaber sich ihrer Völker schämten, solange sie nicht Karikaturen der Weißen aus ihnen gemacht hatten. Wir hatten erfahren, daß westlicher Ethnozentrismus und blinder Fortschrittsglaube das Verständnis fremder Kulturen unmöglich machen und verantwortlich sind für das politische, kulturelle und wirtschaftliche Chaos in der Dritten Welt.“

Serie: Frauen der Welt

„Nach Abschluß der Serie Im Namen des Fortschritts haben wir begonnen, jene Institution unter die Lupe zu nehmen, die letztlich für alle Unterdrückungs- und Ausbeutungsmechanismen verantwortlich ist: die patriarchalische Ordnung. Und da wir immer versuchen, aus der Sicht der Betroffenen zu berichten, war es nur logisch, die größste und unfreiste aller ‚Kolonien‘ ins Bild zu rücken: Die Frauen.

Das Thema war nicht neu. Schon für den Stern waren wir vier Jahre um die Welt gereist, um die Mann – Frau – Beziehungen in verschiedenen Kulturen zu untersuchen. Dabei mußten wir feststellen, wie schwer es ist, sich von den eigenen kulturellen Vorstellungen und Vorurteilen frei zu machen.“

Serie: Kinder der Welt

„Der große Erfolg der Film Reihe Frauen der Welt veranlaßte uns dazu, noch einen Schritt weiterzugehen und nun auch jene ‚Kolonie‘ zu untersuchen, die von Erwachsenen beherrscht wird und – folgerichtig – auch deren Wertvorstellungen, Vorurteile, Leitbilder und Machtverhältnisse spiegelt: die Welt der Kinder

Während Frauen sich wehren und um ihre Rechte kämpfen, haben Kinder keine Chance. Staat, Gesellschaft, Familie und Kirche sorgen dafür, daß Kinder solange dem Diktat der herrschenden Konventionen unterworfen werden, bis sie auch ihre eigenen Kinder ganz selbstverständlich in dieser Form erziehen.

Was bedeutet ‚Kindheit‘ und was wird unter diesem Begriff bei uns und in anderen Kulturen verstanden? Es geht darum, Denkanstöße zu geben, zur Relativierung der herrschenden Meinung beizutragen und vor allem jenes Vorurteil abzubauen, das der Welt zum Verhängnis zu werden droht : daß der stärkere Mensch automatisch der bessere Mensch sei und das Recht auf seiner Seite habe!“