Seit vielen Jahren drängen mich Freunde und Bekannte, endlich meine Memoiren zu schreiben. „Du hast so viel erlebt“, heißt es immer wieder, „in 62 Ländern Filme gedreht, fast alle Freiheitsbewegungen kennengelernt, Hunderte von politischen Analysen gemacht. Dieser Erfahrungsschatz darf nicht verloren gehen.“
Auch wenn ich bei Filmvorführungen anschließend mit den Zuschauern diskutiere, heißt es immer wieder: „Schreiben Sie doch Ihre Memoiren.“ Meine Antwort lautete bisher: „Meine Filme wurden jedesmal von Millionen gesehen. Die Dreharbeiten, der Schnitt, das Texten haben mir immer wieder Spaß gemacht. Nun soll ich Monate lang an einem Buch basteln, das vielleicht viertausend Menschen lesen werden. Nein, ich bin zu faul.“
Warum sollte ich mich nicht auf meinen Lorbeeren ausruhen. Als da sind: Zwei Grimmepreise, Kritikerpreis, Preis des Europarats, und viele andere mehr. Zuletzt wurde sogar mein Gesamtwerk mit der „Besonderen Ehrung“ des Adolf-Grimme-Preises, der höchsten deutschen Fernsehauszeichnung, gewürdigt. Und zu meinem 82. Geburtstag schickte mir die Redaktion von Radio Bremen folgenden Brief: „Lieber Herr Troeller, das ist eine Rarität im deutschen Fernsehen: während in der MAZ letzte Hand angelegt wird an einer 45‑Minuten‑Dokumentation, kann die Redaktion dem Autor zum 82. Geburtstag gratulieren. Schön, daß wir es zusammen „so weit“ gebracht haben. Also, jetzt von allen Bremer Weggefährten einen ganz herzlichen Glückwunsch, verbunden mit großem Respekt und aufrichtigem Dank für Ihr Engagement, das Sie für „Ihr“ Thema aufgebracht haben: Hartnäckig, zuverlässig, fast ruhelos über Jahre und Jahrzehnte. Sie haben bewiesen, daß Fernsehen jenseits aller modischen Trends etwas zu sagen, zu zeigen und anzustoßen hat. Und für die Anstößigkeit Ihrer Arbeit gibt es in der Radio-Bremen-Geschichte ja Belege in zahlreichen Aktenordnern. Wir wünschen Ihnen nun Gesundheit, Vitalität und Lebensfreude – auch ohne Kamera auf der Schulter. Einen schönen Geburtstag wünschen und herzliche Grüße aus Bremen senden ….“
Was aber war mein Thema?